AMNESTY INTERNATIONAL

PRESSEKOMMUNIKATION

27: August 2016

Venezuela: Ex-Bürgermeister wird ins Gefängnis gebracht während sich die politische Krise weiter verschlechtert.

Die Verbringung eines früheren oppositionellen Bürgermeisters vom Hausarrest ins Gefängnis um 3 Uhr heute Morgen ohne jede Vorankündigung ist ein gemeines Manöver der venezolanischen Behörden zur Beruhigung von etwaigen Kritikern während der zunehmenden politischen und humanitären Krise, sagte Amnesty International.

“Die Behörden in Venezuela scheinen vor nichts haltzumachen bei ihrem Vorhaben jedwede Kritik zu vermeiden, insbesondere, da die politische und humanitäre Situation im Land sich weiterhin verschlechtert”, sagte Erika Guevara-Rosas, Leiterin der Amerikaabteilung von Amnesty International.

Daniel Omar Ceballos Morales, ehemaliger Bürgermeister der Stadt San Cristóbal und führendes Mitglied der Oppositionspartei Voluntad Popular war 2014 zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt worden, nachdem er einen Befehl ignoriert hatte, Demonstranten der Opposition vom Barrikadenbauen in der Stadt abzuhalten.

Im August 2015 wurde er aus Gesundheitsgründen unter Hausarrest gestellt. Er wartet jetzt auf seinen Prozess, ihm werden Aufstand und Verabredung zu einer Straftat vorgeworfen in Verbindung mit den gewalttätigen Demonstrationen, die 2014 stattgefunden hatten.

Nach Angaben seiner Frau kamen Mitglieder des venezolanischen Geheimdienstes um 3Uhr morgens zu seinem Haus und verlegten ihn ohne vorherige Warnung oder Begründung.

“Anstatt jede Person zu verfolgen, die nicht der Regierung zustimmt, sollten die venezolanischen Behörden ihre Ziele darauf richten, nach Möglichkeiten zur Befreiung aus der tiefen Krise, in der Venezuela sich seit Jahren befindet, zu suchen,“ sagte Erika Guevara-Rosas.